www.radonmaster.de/robernd/    Stand: 06. Juli 2002

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Externe Festplatte und Lüfter an Sat-Receivern Hyundai HSS820/HSS720 und Kathrein UFD552/UFD554

Es handelt sich um keine Bauanleitung sondern nur um eine Beschreibung, wie ich die Probleme externe Festplatte und Überhitzung gelöst habe. Wer ähnliche Umbauten auf eigenes Risiko ausführen möchte, kann sich Anregungen holen.

Die Fotos beschreiben, wie der Anschluss einer Festplatte (HD) in einem Wechselrahmen bei mir aussieht.

Das Bild oben rechts zeigt die gesamte Anordnung. Die Original-Platte wurde ausgebaut und an der selben Stelle ein Anschluss-Stecker montiert. Unten rechts der Stecker in Detailansicht. Ein 50-pol SCSI-Kabel mit Centronic- Stecker und -Buchse führt durch einen Schnitt in der linken Seite der Haube des Receivers hinter dem Gerät herum zum Wechselrahmen. Das Kabel passt direkt auf den Innenrahmen eines solchen Kassettensystems.

Es ist jedoch professioneller, wenn das Kabel nicht direkt an den Innenrahmen gesteckt wird. In dem Fall wird ein vollständiger Wechselrahmen (Innen- und Außenrahmen) in ein 5 1/4"-Metallgehäuse geschraubt (oben links).

Zusätzlich wurde ein Lüfter nachgerüstet (unten links). Es war zunächst vorgesehen, dass der Lüfter nur im Betrieb, nicht aber im Stand-by läuft. Das hat sich nicht bewährt. Weiter unter ist der Anschluss für Dauerbetrieb beschrieben.

Wenn die HD in einem PC ausgelesen werden soll, so muss auch dort ein Wechselrahmen installiert werden.

ACHTUNG - Vor An- oder Abstecken der HD immer den Receiver ausschalten.

Liste der Bezeichnungen aus dem Foto:

A: Anschlussplatine. Hinterteil aus einem Außenrahmen ausgebaut. Die Schalttransistoren in der Stromzuführung sind kurzgeschlossen. (Brücke Emitter-Collector) und die Zuleitungen zum Schalter entfernt.

B: Montageblech für A. Ein rechteckiges Blech mit vier Einschnitten. Die zwei so entstandenen Befestigungsstreifen für A sind nach oben gebogen. Befestigung auf dem Geräteboden an den selben Montagepunkten wie ursprünglich die HD.

C: 50-pol. Centronic-Stecker auf der Anschlussplatine A

D: Deckel(Haube) des Receivers mit nachträglich eingebautem Lüfter und Durchführungsschlitz S für Kabel K auf der linken Seite

E: Centronic-Buchse mit HD-Anschlüssen, aus einem Innenrahmen ausgebaut.

F: 40-pol. Flachkabel des Receivers für HD-Daten

G: Externes Metallgehäuse für 5 1/4 Laufwerke, in das ein Wechselrahmen eingebaut ist

J: Innerer Wechselrahmen komplett mit Centronic-Buchse, in den die HD eingeschraubt ist. Passt in den Außenrahmen W.

K: 50-pol SCSI-Kabel mit Centronic-Stecker und -Buchse. Einfachste Ausführung, 90 cm lang.

P: Festplatte (HD) in den inneren Wechselrahmen J eingebaut

R: Spannungsregler (Typ 78S75) für Lüfter. Der Lüfter ist für 12V gebaut. Der Regler reduziert die Betriebsspannung auf 7.5 V. Entfällt bei 24V-Lüfter. Der Strom kommt vom 12V-Anschluss der HD.

S: Schlitz im Receiverdeckel um das Kabel K hindurch zu führen

U: Stecker des Receivers für die Betriebsspannungen (5V, 12V) der HD

V: Ventilator, Lüfter für 12V, der mit 7.5V sehr leise läuft. Bei Abmessung 80x80 mm passen die Montageschrauben in die Lüftungsschlitze des Deckels. Der Lüfter sitzt über dem Prozessor (Schaltkreis mit Kühlkörper) und bläst die warme Luft nach oben aus dem Gehäuse. Den Strom erhält er vom 12V-Anschluss der Festplatte

Es kann günstiger sein (kein Spannungsregler nötig, geringerer Stromverbrauch), einen Lüfter für 24V einzubauen und mit 12V zu betreiben. Die meisten 24V-Lüfter laufen bei 12V zuverlässig an.

W: Äußerer Wechselrahmen für HD, komplett mit Centronic-Stecker


So lässt sich der Lüfter anschließen, wenn er dauernd laufen soll.

Der Lüfter ist im Stand-by Betrieb des Receivers aus, wenn er (wie oben vorgeschlagen) am 12V-Anschluss der Festplatte angeklemmt ist. Während der warmen Jahreszeit hat sich gezeigt, dass der Prozessor auch im Stand-by zu warm wird (Details und Messergebnisse). Das führt zu Fehlfunktionen (bis zum Absturz), wenn ein Timer programmiert ist und eine Aufzeichnung beginnen soll. Es ist also sinnvoll, den Lüfter auch im Stand-by Zustand laufen zu lassen.

Damit sich im Laufe der Jahre nicht Berge von Staub im Gerät anhäufen, schalte ich es immer vollständig aus, wenn ich es nicht benutze. Das geschieht mit einer Master-Slave Steckdosenleiste. Wenn der Fernseher aus ist, sind auch Sat-Receiver und Videorecorder aus. Außerdem spart das eine ganze menge Strom, der sonst sinnlos verheizt würde. Angenehm gegenüber dem Videorecorder ist, dass der Sat-Receiver wenige Minuten nach dem Einschalten die richtige Uhrzeit vom empfangenen Sender übernimmt.

WARNUNG
Unser Receiver hat ein Schaltnetzteil. Deshalb ist die Hälfte der Netzteil-Elektronik direkt mit dem Netz (230V) verbunden (siehe folgendes Bild). Außerdem sind die stromführenden Teile nicht gegen Berührung geschützt. Also Finger weg, wenn jemand keine Erfahrung mit Elektroinstallationen hat.
Außerdem hat der Stecker nichts in der Steckdose zu suchen, solange das Gerät offen ist.

Zusätzlich eingebaute Leitungen müssen so verlegt werden, dass sie selbst dann nicht mit der linken Hälfte der Netzteilplatine in Berührung kommen können, wenn sie sich von den Anschlusspunkten lösen. Auf dem Fotos ist es also genau falsch, damit sehen wir sie aber besser.

Der Lüfter braucht ständig 12V. Zum Anschluss (+12V) bietet sich die Kühlfläche des Transistors T (auf der Platine mit Q4 bezeichnet) an. Dort lässt sich der rote Draht L festschrauben (mit Lötfahne und Zahnscheibe). Der zweite, blaue Draht (Masse) passt unter die Befestigungsschraube M der Netzteilplatine (mit Zahnscheibe zwischen Lötfahne und Schraubenkopf).
Ich empfehle einen Lüfter für 24 Volt Betriebsspannung (siehe auch oben). Die meisten dieser Art laufen auch mit 12 Volt zuverlässig an und sind schön leise. Vor dem Einbau ist zu prüfen, ob das beschaffte Exemplar bei 12 V auch wirklich funktioniert.

Ich habe mich für eine zweite Anschlussvariante Z entschieden (gelb-schwarze Leitung). Sie ist an den Enden des Widerstandes R15 angelötet. Es ist also entweder die gelb-schwarze oder die rot-blaue Ventilatorzuleitung nötig. Die rot-blaue habe ich nach dem Foto wieder entfernt.

Außerdem habe ich einen Elektrolytkondensator O (oben rechts im oberen Bild) nachgerüstet. Er hat 3300 uF, verträgt 10V und liegt an der 5V-Versorgung parallel zum C19 (1000 uF). Damit vermindern sich Spannungseinbrüche der 5V-Versorgung beim Einschalten (siehe auch Details und Messergebnisse). Darin sah ich anfangs eine mögliche Ursache für den Zusammenbruch der Firmware während des Einschaltens durch den Timer. Nachdem es im Inneren kühler wurde, habe ich nicht nachgeprüft, ob der Kondensator wirklich nötig ist.
Wer mit dem Lötkolben nur wenig Routine hat, sollte auf die Variante Z und den Kondensator verzichten und sein schönes Gerät nicht verbrutzeln.

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